Kunst am Bach

Skulpturenpfad am Erich-Fink-Weg in Falkau

Seit 2022 verwandelt sich der Erich-Fink-Weg zwischen Altglashütten und Falkau jeden Sommer in eine temporäre Freiluftgalerie. Die Initiative „Kunst am Bach“ wurde vom Falkauer Künstler Thomas Matt ins Leben gerufen und wird gemeinsam mit der Gemeinde Feldberg als Veranstalterin realisiert. Ziel des Projekts ist es, Kunst aus klassischen Ausstellungsräumen herauszulösen und im öffentlichen Raum erlebbar zu machen – eingebettet in die besondere Landschaft des Feldberger Hochmoors.

Kunst am Bach 2026 – Stein in Bewegung

In diesem Jahr präsentieren zwei Bildhauerinnen* ihre Arbeiten am Erich‑Fink‑Weg: Ursula Luise Walz und Christopher Blas Lampart. Beide arbeiten mit Stein – jedoch auf ganz unterschiedliche Weise. Dadurch entsteht ein spannender Dialog zwischen Material, Form und künstlerischer Handschrift.

Ursula Luise Walz (Isny im Allgäu) zeigt zwei von Hand bearbeitete Marmorskulpturen: „The Cloud“ und „Seglerin“. In ihrem Werk beschäftigt sie „nichts gerade so wie der Wandel“. Sie lotet die Grenzen des Materials aus, arbeitet gegenständlich und zugleich interpretierend. Veränderung ist ihr Leitmotiv – sichtbar in Formen, die zwischen Beobachtung und Abstraktion oszillieren.

Christopher Blas Lampart (Endingen‑Kiechlinsbergen) präsentiert drei Arbeiten aus seinem Zyklus „Evolution“: „Ammonit“, „Samen“ und „Arche“. Seine Skulpturen aus gelb gemasertem Elsässer Sandstein (teils kombiniert mit Metall oder Carrara‑Marmor) beschäftigen sich mit dem „Wunder und der Schönheit der Schöpfung – und ihrem Bedroht‑Sein“. Die Verbindung der Werke entsteht über den seltenen Sandstein, dessen Maserung „einmalig wie ein Fingerabdruck“ ist.

Ob poetisch‑leicht oder erdverbunden‑archaisch: Beide Positionen zeigen Stein als lebendiges Material, das Geschichten trägt, Wandel sichtbar macht und neue Perspektiven eröffnet.

Die Werke bleiben voraussichtlich bis in den Herbst 2026 am Weg stehen.

Neue Dauerleihgabe 2026: „Bienentransit“ von Wilhelm Morat

Die bestehenden Dauerleihgaben bleiben erhalten. Neu hinzu kommt die Arbeit „Bienentransit“ des Papierkünstlers Wilhelm Morat. Morat verbindet Kunst und Landwirtschaft, indem er traditionelle Stroh‑ und Korbflechttechniken neu interpretiert. Seine bodenlosen Körbe aus Gerstenstrohpapier können von vier Personen getragen werden und stehen als Metapher für Mobilität, Wandel und Vergänglichkeit. Witterung, Tiere und Zeit werden das Werk sichtbar verändern.

Für Familien mit Kindern 👨‍👩‍👧‍👦

Hallo ihr kleinen Kunst‑Entdeckerinnen und Entdecker!
Am Bach in Falkau warten in diesem Jahr Skulpturen, die spannende Geschichten erzählen – von uralten Meereswesen, mutigen Booten, geheimnisvollen Wolken und winzigen Samen, aus denen Neues entsteht.
Ihr dürft die Kunstwerke anfassen, umrunden und ganz genau anschauen. Manche fühlen sich glatt an, andere rau – manche sind schwer wie Felsen, andere wirken fast leicht wie eine Wolke.

Eure Entdecker‑Aufgaben für 2026:

🌀 Findet den „Ammonit“ Stellt euch vor, dieses Tier lebte vor über 400 Millionen Jahren im Meer! Wie viele Spiralen könnt ihr in der Natur entlang des Weges entdecken?
🌱 Sucht den „Samen“ Was braucht ein Samen, damit daraus eine Pflanze wächst? Findet ihr am Bach Pflanzen, die gerade Samen tragen?
Entdeckt die „Arche“ Wen würdet ihr mitnehmen, wenn ihr selbst eine Arche bauen würdet? Welche Geschichte fällt euch dazu ein?
☁️ Schaut euch „The Cloud“ an Wie sieht eine Wolke aus Stein aus? Welche Form erkennt ihr darin – eine Welle, ein Tier, etwas ganz anderes?
🧭 Trefft die „Seglerin“ Wohin könnte sie unterwegs sein? Was würde sie euch erzählen, wenn sie sprechen könnte?
🐝 Und ganz neu: der „Bienentransit“ Ein Kunstwerk aus Stroh und Papier – vielleicht zieht dort irgendwann ein Vogel oder ein Eichhörnchen ein. Was glaubt ihr, wer zuerst einzieht?

Der rund ein Kilometer lange Weg ist kinderwagentauglich und bietet unterwegs viele Möglichkeiten zum Ausruhen. Es gibt Bänke, schattige Plätze unter alten Bäumen – und natürlich den Bach, der an heißen Tagen für eine herrliche Abkühlung sorgt.
Am Ende des Weges wartet ein echtes Highlight: der große Spielplatz mit Minigolfanlage, Kiosk und leckerem Eis! Viele Feldberger Kinder kennen den Weg als Fahrrad-Autobahn zum Spielplatz – jetzt gibt es dabei noch Kunst zu entdecken!
Wer die Ausstellung in Falkau startet und anschließend weiter in Richtung Altglashütten („Dörfle“) spaziert, findet dort übrigens noch weitere Möglichkeiten zur Einkehr.

🧡 Ein Wunsch an alle kleinen und großen Besucher:innen:

Die Skulpturen freuen sich über neugierige Blicke und sanfte Berührungen – aber bitte keine Schläge, Tritte oder Kletteraktionen. Die Werke könnten dabei Schaden nehmen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass alle lange Freude daran haben!

Dank des barrierefreien Wegverlaufs und der guten Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Ausstellung für viele Menschen zugänglich. Besucherinnen und Besucher können die Werke entlang des rund ein Kilometer langen Pfads entdecken, in ihrem eigenen Tempo erleben und persönliche Zugänge zur Kunst entwickeln. Die Natur und die Kunst treten dabei in einen spannenden Dialog. Einige Skulpturen verbleiben dauerhaft vor Ort, andere wechseln jährlich.

Dauerhaft zu sehen sind unter anderem Werke von:

Archiv: Ausstellung 2025

„Mischwesen“ von Matthias Dämpfle

In diesem Jahr ist der Freiburger Bildhauer Matthias Dämpfle mit seiner Werkreihe „Mischwesen“ zu Gast am Erich-Fink-Weg. Die fünf Skulpturen bestehen aus Beton, sind fest im Boden verankert – und fordern die Wahrnehmung der Betrachtenden heraus.

Dämpfle kombiniert jeweils zwei scheinbar gegensätzliche Motive zu einer Figur, die sich je nach Standpunkt verändert: Ein Schütze wird zum Jungen mit Basecap, ein Mönch verwandelt sich zum Detektiv, ein Wolf geht in einen Hasen über. Die Übergänge sind fließend – wie ein filmischer Staffellauf entfaltet sich Szene für Szene beim Weitergehen.

Die Figuren wirken mal rätselhaft, mal vertraut – immer aber laden sie dazu ein, innezuhalten, einen zweiten Blick zu riskieren und über das Zusammenspiel von Form, Inhalt und Umgebung nachzudenken. Die Hochmoorlandschaft mit ihren Tümpeln, Wiesen und urigen Bäumen verleiht dem Ort eine fast märchenhafte Atmosphäre.

Für Familien mit Kindern 👨‍👩‍👧‍👦🎨🌳

Der Skulpturenweg ist ein Erlebnis für die ganze Familie – auch Kinder haben hier ihren Spaß! Die Kunstwerke dürfen angefasst und von allen Seiten entdeckt werden. Manche Skulpturen verändern sich sogar, je nachdem aus welcher Richtung man sie betrachtet. 🤔 Vielleicht entdeckt ihr ja zuerst einen Jungen – und plötzlich steht da ein Schütze? Oder ist es ein Mönch? Wer genau hinschaut, sieht mehr!

Unser Tipp für kleine Kunstentdecker:innen:

Sucht euch eure Lieblingsskulptur und denkt euch dazu eine Geschichte aus! Wer könnte die Figur sein? Wo kommt sie her? Was erlebt sie wohl am liebsten?

Der rund ein Kilometer lange Weg ist kinderwagentauglich und bietet unterwegs viele Möglichkeiten zum Ausruhen. Es gibt Bänke, schattige Plätze unter alten Bäumen – und natürlich den Bach, der an heißen Tagen für eine herrliche Abkühlung sorgt.

Am Ende des Weges wartet ein echtes Highlight: der große Spielplatz mit Minigolfanlage, Kiosk und leckerem Eis! Viele Feldberger Kinder kennen den Weg als Fahrrad-Autobahn zum Spielplatz – jetzt gibt es dabei noch Kunst zu entdecken!

Wer die Ausstellung in Falkau startet und anschließend weiter in Richtung Altglashütten („Dörfle“) spaziert, findet dort übrigens noch weitere Möglichkeiten zur Einkehr.

🧡 Ein Wunsch an alle kleinen und großen Besucher:innen:

Die Skulpturen freuen sich über neugierige Blicke und sanfte Berührungen – aber bitte keine Schläge, Tritte oder Kletteraktionen. Die Werke könnten dabei Schaden nehmen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass alle lange Freude daran haben!

Unsere Botschaft für kleine und große Besucher:innen:

Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick aussieht. Wer neugierig bleibt und genau hinsieht, erlebt mehr!

Einladung zum Perspektivwechsel

„Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Das Spiel mit der Wahrnehmung. Verändert man den Standpunkt, ergibt sich eine neue Sichtweise. Das vermeintlich Bedrohliche, Fremde und Geheimnisvolle wird plötzlich vertraut. Riskieren Sie auch sonst einen zweiten Blick – Offenheit gegenüber dem Ungewohnten wird mit interessanter Vielfalt belohnt.“
Thomas Matt

Über den Künstler: Matthias Dämpfle

Matthias Dämpfle, geboren 1961 in Müllheim/Baden, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Freiburg. Nach seiner Ausbildung zum Steinmetz und Bildhauer war er mehrere Jahre im Atelier von Helmut Lutz tätig. Es folgte ein Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei namhaften Professoren wie Wilhelm Loth, Harald Klingelhöller und Katharina Fritsch.
Seit den 2000er Jahren arbeitet Dämpfle bevorzugt mit dem Werkstoff Beton. In seinen Skulpturen bringt er Gegensätze wie Leichtes und Schweres, Flächiges und Räumliches oder Abstraktes und Gegenständliches in Beziehung zueinander. Seine Arbeiten entstehen aus der intensiven Auseinandersetzung mit Form und Raum – häufig ergänzt durch zeichnerische Elemente, die eine zusätzliche Dimension eröffnen. Dämpfle ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg.

Archiv: Ausstellung 2024

Holzskulpturen der Bernauer Künstlerin Christel Andrea Steier

Der Skulpturenweg, der vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde, begann mit einer spontanen Idee während der Heim-Art-Tage in Falkau. Bei einem Gespräch bei Quiche und Sommerwein, beschlossen der Initiator Thomas Matt gemeinsam mit Bürgermeister Johannes Albrecht, eine Kunstausstellung entlang des Baches zu organisieren. Der Anfang wurde im September 2022 mit den eigenen Werken von Thomas Matt gemacht.
Im letzten Jahr bereicherten die Skulpturen von Jörg Siegele den Weg, von denen eine als Dauerleihgabe erhalten bleibt. Dieses Jahr können die Besucher die abstrakten und filigranen Arbeiten von Christel Andrea Steier bewundern, die ihre Holzskulpturen aus massiven Baumstämmen mit der Kettensäge zu transparenten, gitterartigen Strukturen verarbeitet. Insgesamt fünf ihrer Werke sind entlang des Weges zwischen dem Bahnhof Altglashütten und dem Minigolfplatz verteilt.

Kunst im ländlichen Raum

Die jährliche Ausstellung „Kunst am Bach“ zeigt eindrucksvoll, dass Kultur und bildende Kunst nicht nur in der Stadt, sondern auch im ländlichen Raum auf große Resonanz stoßen. Thomas Matt, selbst Bildhauer, liegt es am Herzen, Kunst allen Menschen zugänglich zu machen. Die Besucher sind eingeladen, die Skulpturen nicht nur zu betrachten, sondern sie auch zu berühren und zu erleben.
Dank der positiven Resonanz soll der Skulpturenweg weiterwachsen. Neben den aktuellen Werken von Christel Andrea Steier werden ab diesem Sommer zwei Großplastiken des Freiburger Bildhauers Dietrich Schön den Weg dauerhaft bereichern.

Die Eröffnung war gut besucht, und das sonnige Wetter trug zur heiteren Atmosphäre bei. Nach der Führung lud ein Sektempfang am Kiosk des Minigolfplatzes in Falkau zum Verweilen und zu anregenden Gesprächen über Kunst und Natur ein. Die Gäste zeigten großes Interesse und Begeisterung für die ausgestellten Werke, was die Veranstalter darin bestärkt, dieses Kunstprojekt auch in den kommenden Jahren fortzusetzen.